Moderne Sklaverei
Seit einiger Zeit werden Arbeitnehmer in Deutschland zunehmend ausgebeutet.
So werden viele Arbeitnehmer dauerhaft nur befristet eingestellt. Das Teilzeitbefristungsgesetz, welches genau das verhindern sollte, ist da ziemlich kontraproduktiv. Denn es bewirkt nur, daß befristet Angestellte (ohne Sachgrund) nach max. 2 Jahren wieder auf der Straße stehen.
Die mit Sachgrund befristet Angestellten trifft es da besser, denn so kann man lebenslang befristet angestellt werden. Das Gelbe vom Ei ist das natürlich auch nicht, jedenfalls nicht für die Arbeitnehmer.
Arbeitgeber dagegen werden zum Teil ziemlich kreativ, wenn es darum geht neue Projekte zu erfinden, denn ansonsten müßte man einen Arbeitnehmer ja womöglich fest einstellen.
Aber selig sind die befristet Angestellten, denn es kann schlimmer kommen: Eine (womöglich ebenfalls befristete) Anstellung in einem Zeitarbeitsunternehmen. Obwohl die Angestellten und Arbeiter dort das gleiche leisten wie ihre Kollegen in "richtigen" Unternehmen, kriegen sie viel weniger Gehalt bzw Lohn.
Dank der Schröder-Regierung können Unternehmen zeitlich unbegrenzt auf Zeitarbeitskräfte zurückgreifen, denn die Ein-Jahres-Grenze wurde abgeschafft. Es ist also nicht nur unser wirtschaftspolitisches Schicksal, daß die Deutschen ereilt, sondern hausgemacht.
Ganz besonders schlimm finde ich, daß ausgerechnet eine "sozialdemokratische" Partei den Arbeitnehmern derart in den Rücken fällt.
Es kam wie es kommen mußte. Mittlerweile gründen große Konzerne zusätzliche Zeitarbeitsfirmen, die fast ausschließlich den eigenen Bedarf an Arbeitnehmern decken - zulasten der Gehälter der Arbeitnehmer, denn diese kriegen als Zeitarbeiter ja weniger.
Ein europäischer Vergleich zeigt, daß die deutschen Arbeitnehmer, insbesondere die niedrig entlohnten, in Deutschland viel weniger Gehalt/Lohn erhalten, als ihre Kollegen im Ausland (TV-Bericht).
So verdiene eine Krankenschwester in Irland doppelt soviel wie in Deutschland. Ein Zugführer in der Schweiz verdiene sogar dreimal soviel wie die deutschen Kollegen, die trotz Schicht- und Wochenendarbeit mit mickrigen 1300 Euro über die Runden kommen müssen.
Trotzdem hörte man Politiker aller Parteien schwadronieren. So sagte einer, man müsse den Druck auf die Langzeitarbeitslosen erhöhen, damit diese "endlich einen Job annehmen.". Bei soviel Zynismus fällt einem nichts mehr ein.
Die Frage ist, was hat ein Arbeitsloser mit Ausbeutung zu tun.
Auch hier ist eine grundlegende Umgestaltung der Arbeitswelt erforderlich. Dazu gehören:
- Die soziale Gestaltung der Globalisierung – wie bereits in der G8 Arbeits und Sozialministerkonferenz in Dresden vorbereitet.
- Die Förderung und Weiterentwicklung der rechtlich verbindlichen Arbeitsstandards der ILO.
- Die Pflicht zur Wahrnehmung sozialer Verantwortung der Unternehmen.
- Die Umsetzung der Leitsätze der OECD für Multinationale Unternehmen.
- Die Verwirklichung der Anforderungen des Globalen Pakts der Vereinten Nationen sowie die Forderung nach mehr Investitionen in Soziale Schutzsysteme.
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