Willkommen bei Bayram Kurnaz

   BürgerRechtler

Gemeinsam in die Zukunft  

Willkommen

Home
Person
Vorwort
Programm
Contact
Spenden

___________________

Themen


Schufa
Gesundheit
Wohnungslosigkeit Göttingen
Wohnraumförderung
Stromversorgung
Verbraucherschutz
Moderne Sklaverei
Polizeigewalt
PolizeiStaat
Amnesty International
Schlechtes Zeugnis
Privatisierungswahn
BRD 09 kein Sommermärchen
Widerstand hat begonnen
Generalprobe schiefgegangen

___________________
 

Cesin---Kinderhilfswerk

Schlechtes Zeugnis

 

Das deutsche Schulsystem wirkt
sich oft negativ auf Kinder aus,
die bereits benachteiligt sind.

Mit Kritik und konkreten
Reformvorschlägen hat
UNO-Bildungsexperte
Vernor Muñoz die
Politikunter Zugzwang gesetzt.

Quelle: das-rechtsportal

Als der UNO-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz 2007 seinen Bericht über das
deutsche Bildungssystem vorlegte, ging ein Aufschrei der Empörung durchs Land:

Reflexartig wurde die schmerzliche Kritik zunächst von vielen politisch
Verantwortlichen zurückgewiesen. Das deutsche Bildungssystem ist nicht inklusiv,
sondern exklusiv, so der wesentliche Befund des Menschenrechtsbeobachters,
und es benachteiligt besonders Kinder mit Behinderung und Kinder,
deren Muttersprache nicht deutsch ist.

Vor allem die frühe Aufteilung auf das mehrgliedrige Schulsystem war Stein des
Anstoßes:
Die Kriterien, nach denen die Kinder im Alter von erst zehn Jahren den
weiterführenden Schulen zugewiesen werden, seien weder klar noch einheitlich,
rügte Muñoz, und die Lehrenden für diese Aufgabe nicht immer angemessen ausgebildet.

Weil der Beherrschung der deutschen Sprache bei dieser Entscheidung eine hohe
und möglicherweise zu hohe Bedeutung zugemessen werde, werden in der Praxis
Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt.

Damit leistet aber das Bildungssystem offenbar der Ausgrenzung Vorschub,
statt dazu beizutragen, sie zu überwinden:
Die Benachteiligten, so Muñoz, seien am Ende doppelt benachteiligt.

Sofern Bildung nicht als Menschenrecht betrachtet werde, das jedem Kind
zusteht, dürfte es schwierig sein, besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Der Bericht konzentriert sich auf den Aspekt der Freiheit von Diskriminierung
und die Frage, was gegen die diskriminierenden Effekte des Bildungssystems
getan werden kann.

Muñoz schlägt unter anderem vor, das dreigliedrige Schulsystem zu überdenken,
die vorschulische Bildung auszubauen und kostenlos zugänglich zu machen und
mehr Lehrende in die Lage zu versetzen, Deutsch im Unterricht auch als
Fremdsprache zu vermitteln.

Muñoz dringt auf die Einbindung von Kindern mit Behinderung in reguläre
Schulen – dafür müssten zuerst einmal die Schulen barrierefrei zugänglich
werden, außerdem sollten verstärkt Menschen mit Behinderung zu Lehrenden
ausgebildet werden.


Während der Bericht Vorschläge macht, wie Diskriminierungsfreiheit
erreicht werden kann, streift er Inhalte und Ziele der Bildung nur am Rande.

Trotzdem wird deutlich:
Erziehung lässt sich nicht auf wirtschaftliche Zwecke reduzieren,
sie ist – das legen mehrereinternationale Pakte fest – immer auch
Menschenrechtserziehung.

Das bedeutet nicht nur das Vermitteln von Wissen, sondern auch von
Werten und Fähigkeiten. Vielfalt, »Diversity«, sollte das Fundament jedes
Bildungssystems sein, Erziehung sollte persönliche Fähigkeiten fördern und
zur Stärkung einer demokratischen Gesellschaft beitragen.

Bei der Ausbildung der Lehrenden, so der UNO-Experte, muss die Befähigung
zur Menschenrechtserziehung deshalb mehr Gewicht erhalten:
Unabhängig von ihrem Unterrichtsfach müssen Lehrende in dieser Methodik
stärker geschult werden.

Menschenrechtsbasierte Studien sollen die Qualität der Bildung in Deutschland
untersuchen und Verbesserungsvorschläge machen.
Zum Abschluss seines Berichts erinnert Muñoz die Bundesregierung daran,
die erste Phase des Weltaktionsprogramms für Menschenrechtsbildung
auszuwerten. Deutschland hatte angekündigt, Materialien und Pläne zu
erstellen, um Menschenrechtsbildung über alle Schulformen hinweg vom
Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung zu verankern.

Der Nachweis steht noch aus.

 


Von Dorothee Haßkamp

Die Autorin ist Mitglied der ai-Themengruppe für wirtschaftliche,
soziale und kulturelle Rechte





Sitemap

Design by  BlueVox