|
Durch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, durch Niedriglöhne und Arbeitslosigkeit der Arbeitgeber/innen steigt auf diese der Druck, Arbeitskräfte immer billiger zu bekommen, was bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit dazu führt, dass immer mehr Menschen auch auf diese billigen Jobs angewiesen sind und um diese konkurrieren, womit der Lohn noch weiter gesenkt wird oder die Arbeitszeit ausgeweitet werden kann, was wiederum ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Folge hat.
Somit wird Armut durch die Gesellschaft produziert. Neben diesen Ursachen werden im Konzept der Straßen-sozialarbeit Göttingen weitere Gründe für Armut, wie biographische (Ehescheidungen), soziale (Arbeitsplatzverlust, Armut und Wohnungsknappheit) und krankheitsbezogene Aspekte (Suchtab- hängigkeit,
Entwicklung einer Depression oder Psychose) angeführt, die ein „Ursachengeflecht“ bilden können (ebd.).
Darüber hinaus hat sich der Wohnungsmarkt für einkommensstarke Gruppen durch Eigenheimbau und Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen überproportional vergrößert und so sind preiswerte Wohnungen vor allem in Ballungsgebieten vom Markt verschwunden (ebd.).
Frauen sind von Wohnungslosigkeit in deutlich stärkerem Maße betroffen, als Männer (ebd.) und sie sind häufiger mittellos als Männer. So sind auch die Gründe für die Wohnungslosigkeit von Frauen teilweise in der Abhängigkeit vom (meist männlichen) Partner zu suchen: Partnerschafts-konflikte, Flucht vor dem Ehemann und Alkoholmissbrauch des Partners werden hier von der Göttinger Straßensozialarbeit angeführt (ebd.).
Darüber hinaus sind auch der eigene Alkoholmissbrauch, Zwangsräumung, Krankheit oder Unfall, materielle Armut im Alter und zunehmende Verarmung alleinstehender Frauen Ursache der Armut von Frauen. Auch junge Menschen unter dreißig Jahren sind immer häufiger von Wohnungslosigkeit betroffen.
Aufgrund der schwieriger werdenden Bedingungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt sind junge volljährige Menschen immer häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Diese Situation führt oftmals zu persönlichen Krisen – das vor allem dann, wenn keine materielle und immaterielle Unterstützung der Familie zur Verfügung steht (ebd.).
So verlassen viele ihr Elternhaus, um sich aus der komplizierten und labilen Familienkonstellation zu lösen, andere werden „auf die Straße gesetzt“ (ebd.). Dazu kommen die jungen Menschen, die in einem Heim gelebt haben und mit dem Erreichen der Volljährigkeit oder danach das Heim verlassen müssen (ebd.).
|